

Das Wunder von Oberhausen
Feiern bis der Arzt kommt! Ab 15.15 Uhr gab es am Samstag kein Halten mehr in Oberhausen: Die rot-weiße Jubelbrause regierte die Stadt und sie wird wohl erst in den nächsten Tagen wieder abebben. Der SC Rot-Weiß Oberhausen ist zurück in der Zweiten Liga und damit hat die Mannschaft eine Euphorie in der Stadt entfacht, wie sie allenfalls Mitte der 70er-Jahre beim Erstliga-Aufstieg herrschte.
Nach RW Ahlen sicherten sich die "Kleeblätter" den Aufstieg durch den 3:0-Sieg nach Treffern von Mike Terranova (2) und Julian Lüttmann bei Union Berlin. Dabei kamen die Oberhausener nur in der Anfangsphase in Bedrängnis, doch die "Eisernen", deren Anhänger in der Nacht zuvor am Mannschaftshotel dem Team durch Lärm, Feuerwerk und Feueralarm die Nachtruhe gestohlen hatten, vergaben hundertprozentige Chancen reihenweise.
Danach wurde Oberhausen immer stärker und konterte die Berliner klassisch aus. Am Ende gab es einen hochverdienten Erfolg in einem starken Spiel bei Temperaturen um die 30 Grad. Damit waren dann die Minimalhoffnungen der Berliner auf den Aufstieg ebenso zerstört wie die der Fortunen aus Düsseldorf, denen auch der eigene Sieg in Erfurt nicht mehr half.
Nach dem Abpfiff begann dann die nicht enden wollende Jubelarie. Im Centro in Oberhausen feierten 2500 Fans, die sich zuvor das Spiel dort live beim Public Viewing auf einer Großbildleinwand angesehen hatten. Zuvor knallten in Berlin Sektkorken, lagen sich Spieler und Offizielle, darunter auch Oberhausens Oberbürgermeister Klaus Wehling, in den Armen.
Die Feier vor Ort war nur kurz, denn der Aufstieg war stramm durchgeplant. 250 Fans warteten bereits am späten Samstagabend am Duisburger Hauptbahnhof auf die Mannschaft, 100 später noch in Osterfeld, wo das Team sich selbst intern bejubelte.
Am Sonntag ging dann richtig die Post ab: 5000 Menschen erwarteten am Nachmittag das Team im Centro. Und sie mussten lange warten, denn der Autokorso mit den 500 hupenden Fahrzeugen, der von dem "Mannschafts-Tieflader" angeführt wurde, kam nur schleppend voran.
Rot-Weiß Oberhausen ist in Oberhausen wieder wer. Der Durchmarsch von der Oberliga in die Zweite Liga, aus der der Verein erst 2005 abgestiegen war, weckte neue Begeisterung. Das Team der Namenlosen mit Trainer Hans-Günter Bruns an der Spitze, spielte sich durch ehrliche Arbeit wieder in die Herzen der Fußballfans.
Den zehnten Rang und damit die Qualifikation hatten sie sich erhofft, mit dem Aufstieg in den bezahlten Fußball erfüllten sie sich am letzten Spieltag einen Traum. Und das als Verein mit dem niedrigsten Etat der Liga (knapp zwei Millionen Euro).
Ähnlich wird es in der neuen Saison wieder sein, auch wenn dann die Fernsehgelder in der RWO-Kasse für einen warmen Regen sorgen. Die Mannschaft bleibt fast komplett zusammen und wird nur durch drei, vier Neue ergänzt. "Wir bleiben unserer Linie treu und bauen auf Spieler und Talente aus der Region", begründet Bruns.
Es bleibt allerdings auch dabei, dass Bruns seiner Linie treu bleibt und nicht in der Profiliga trainiert: Der Trainer wird ab jetzt bezahltes, für den Sportbereich zuständiges Vorstandsmitglied. Sein Vorgänger in diesem Amt, Jürgen Luginger, übernimmt seinen Job als Trainer.
Quelle: waz, Oberhausen
Abschlusstabelle
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SC Rot-Weiß Oberhausen 1904 e.V.
| Gründungsdatum | 18. Dezember 1904 |
| Anschrift | Rechenacker 62 |
| 46049 Oberhausen | |
| Stadion | Niederrheinstadion (21 318 Plätze) |
| Vereinsfarben | rot-weiß |
| Vereinspräsident | Hajo Sommers |
| Cheftrainer | Hans G. Bruns |
| Mitglieder | ca. 1.000 |
| Größte Erfolge | |
| Meister Regionalliga West | 1968/69 |
| Aufstieg in die 2. Bundesliga | 1983, 1999, 2008 |
| Internet | www.rwo-online.de |